Qualifikationen
Qualifikationen und Zertifizierungen
„Sachverständiger“ ist in Deutschland keine geschützte Berufsbezeichnung. Jeder darf sich so nennen, ganz ohne Prüfung. Umso mehr zählt, was jemand nachweisen kann. Auf dieser Seite steht, worüber ich zertifiziert bin, was die einzelnen Zertifizierungen abdecken und wie Sie das überprüfen können.

Zur Person
Wer hier begutachtet
Mein Name ist Alexander Gräfe. Ich bin Bau-Sachverständiger mit über zwei Jahrzehnte Erfahrung am Bau. Angefangen hat das nicht am Schreibtisch, sondern auf der Baustelle – und diese Herkunft prägt bis heute, wie ich ein Gebäude ansehe.
Für die Beurteilung reicht Erfahrung allein aber nicht. Sie erklärt, warum man eine Schwachstelle findet; sie belegt nicht, dass man sie nach anerkannten Maßstäben bewertet. Genau dafür gibt es die Zertifizierungen, die weiter unten einzeln aufgeführt sind.
Alle Zertifizierungen sind personengebunden. Sie gelten für mich, nicht für ein Unternehmen, und sie werden turnusmäßig überprüft. Wer begutachtet, ist damit dieselbe Person, die den Nachweis führt.
Was eine Zertifizierung aussagt – und was nicht
Eine Zertifizierung ist eine Prüfung durch eine unabhängige Stelle. Sie bestätigt, dass jemand in einem klar umrissenen Fachgebiet über nachgewiesenes Wissen verfügt und nach anerkannten Maßstäben arbeitet. Sie wird nicht einmalig vergeben und dann vergessen, sondern in festen Abständen überprüft.
Was sie nicht ist, gehört genauso dazu. Eine Zertifizierung ist keine öffentliche Bestellung und Vereidigung durch eine Kammer – das ist ein anderes Verfahren mit anderen Voraussetzungen, und ich führe es nicht. Für ein Privatgutachten, eine Kaufberatung, eine Bauabnahme oder die Abwicklung mit einem Versicherer ist sie der übliche und ausreichende Nachweis. Geht es dagegen um ein Gutachten, das ein Gericht selbst in Auftrag gibt, wird der Sachverständige vom Gericht bestellt. Sagen Sie mir am Telefon, worum es geht – dann ordne ich das ein, statt Ihnen etwas zu verkaufen, das Ihnen nicht hilft.
DEKRA
Sechs zertifizierte Fachgebiete
Jede Zertifizierung steht für ein eigenes Gebiet mit eigener Prüfung. Deshalb sind es sechs und nicht eine.
IQ-Zert
Zusätzliche Zertifizierung für Versicherungsschäden
Für Schäden, die mit einer Versicherung abgewickelt werden, liegt eine weitere Zertifizierung über IQ-Zert vor. Dieser Bereich hat eigene Anforderungen, weil dort nicht nur die fachliche Einschätzung zählt, sondern auch die Form der Dokumentation. Wer nach einem Leitungswasser- oder Sturmschaden zuerst aufräumt und danach meldet, hat den Nachweis verloren – unabhängig davon, wie berechtigt der Anspruch war.


Nachprüfen
Vertrauen ist gut, nachsehen ist besser
Ein Prüfzeichen auf einer Website ist schnell eingebaut. Deshalb gehört zu jeder Zertifizierung die Möglichkeit, sie zu überprüfen. Fragen Sie die Zertifikate an, ich schicke sie Ihnen zu. Auf den Dokumenten steht das Fachgebiet, die ausstellende Stelle und der Gültigkeitszeitraum.
Das ist keine Höflichkeitsfloskel. Wenn Sie jemanden mit der Beurteilung Ihrer größten Investition beauftragen, sollten Sie wissen, worauf sich seine Aussage stützt. Bei jedem anderen Sachverständigen gilt dasselbe.
✔ Zertifikate auf Anfrage im Original
✔ Fachgebiet und Gültigkeit dokumentiert
✔ Zertifizierungen sind personengebunden
✔ Turnusmäßige Überprüfung durch die Stelle
✔ Keine öffentliche Bestellung – klar benannt
Qualifikation ohne Unabhängigkeit ist wenig wert
Der beste Nachweis nützt nichts, wenn der Gutachter am Ergebnis mitverdient. Deshalb gehört zur fachlichen Qualifikation die wirtschaftliche Trennung. Ich führe keine Bauleistungen aus, vermittle keine Handwerker und verkaufe keine Immobilien. Es gibt keine Provision, die von einem bestimmten Befund abhängt, und keine Firma im Hintergrund, die anschließend die Sanierung übernimmt.
Umgekehrt heißt das auch, dass ein Auftrag manchmal kleiner ausfällt als möglich wäre. Wenn eine Untersuchung für Ihre Frage nichts beiträgt, sage ich das vorher. Ein Gutachten, das niemand braucht, schadet dem Ruf mehr, als es einbringt.
Häufige Fragen zur Qualifikation
Ist „Sachverständiger“ eine geschützte Bezeichnung?
Nein. In Deutschland darf sich jeder so nennen, es gibt dafür keine Zugangsvoraussetzung. Aussagekraft haben deshalb nur die Nachweise. Fragen Sie im Zweifel bei jedem Anbieter nach, über welche Stelle und für welches Fachgebiet zertifiziert wurde.
Was ist der Unterschied zu einem öffentlich bestellten Sachverständigen?
Die öffentliche Bestellung und Vereidigung erfolgt durch eine Kammer und ist ein eigenes Verfahren. Ich führe sie nicht. Für Privatgutachten, Kaufberatung, Bauabnahme und die Abwicklung mit Versicherern ist eine Zertifizierung der übliche Nachweis. Gutachten, die ein Gericht selbst beauftragt, vergibt das Gericht an von ihm bestellte Sachverständige.
Kann ich die Zertifikate einsehen?
Ja. Fragen Sie sie an, dann erhalten Sie die Dokumente zugeschickt. Darauf stehen das Fachgebiet, die ausstellende Stelle und der Gültigkeitszeitraum.
Laufen Zertifizierungen ab?
Ja, sie gelten befristet und werden in festen Abständen erneut geprüft. Das ist gewollt, weil sich Regelwerke, Bauweisen und Messverfahren verändern. Ein Zertifikat ohne Datum sollte Sie bei jedem Anbieter stutzig machen.
Deckt eine Zertifizierung jedes Thema ab?
Nein, und das ist der Grund, warum es hier sechs sind. Jede gilt für ein umrissenes Gebiet. Liegt Ihre Frage außerhalb, etwa bei einer statischen Berechnung oder einer rein rechtlichen Bewertung, sage ich Ihnen das und nenne die zuständige Stelle.
Offene Frage zu Ihrem Gebäude?
Schildern Sie kurz, worum es geht. Ich sage Ihnen, ob das Thema in eines meiner Fachgebiete fällt und wie ein sinnvoller nächster Schritt aussieht.